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Tiefgang, Heimat und die Farbe Blau

Von Lena Wind 18.09.2018 Schwarzwälder Bote Nagold

Josua Schwab bringt beim Nagolder Musiklabel AWA records sein Debütalbum heraus


Josua Schwab ist als Singer-Songwriter aus dem Kika-Musikwettbewerb "Sing deinen Song" bekannt. Am Samstag, 22. September, veröffentlicht er sein Debütalbum "Blau", das beim Musiklabel "AWA-records" in Nagold entstanden ist.


Nagold. Basecap, zerrissene Jeans und weiße Sneaker: Dass Josua Schwab ein Gespür für Mode hat, kann jeder sehen. Dass der 18-Jährige aber auch einen Sinn für Tiefgang hat, zeigt sich im Gespräch. In geschliffenen Sätzen findet der frisch gebackene Abiturient Antworten auf alle Fragen seines Gegenübers. Schnell ist klar: Josua Schwab ist einer, der genau weiß, was er macht und wo er hin will.

"Ich möchte hauptberuflich Musik machen", erklärt er. Den Grundstein dafür hat der junge Sänger und Gitarrist mit seinem Debütalbum "Blau", das am Samstag, 22. September, veröffentlicht wird, gelegt.

Elf Songs mit deutschen Texten hat Josua dafür in den vergangenen zwei Jahren mit Unterstützung seines Gesang-Coachs Alexander Virág von der Nagolder Musikschule "AWA-Villa der Musik" geschrieben. "Das Album heißt ›Blau‹ ist aber sehr bunt", meint Josua. So könne man zwar in jedem der Songs etwas Blaues finden, doch musikalisch habe er sich im ersten Album nicht festlegen wollen. "Die Linie, die sich durchzieht ist die ehrliche Emotion, die in jedem der Songs steckt." Das zeigt sich auch in den drei Singleauskopplungen "Schenk mir ein Lächeln", "Frei" und "Ich schaue auf dich", zu denen Josua mit dem Label "AWA-records"(www.awarecords.de), bei dem er unter Vertrag ist, Musikvideos produziert hat.

"Bei meinen Songs sind mir die Texte enorm wichtig", so der 18-Jährige. "Meine Songs sollen immer etwas aussagen – das muss nicht unbedingt eine Message sein. Oft ist es auch ein Gefühl. Wenn die Musik diese Aussage unterstützt, dann ist das für mich ein perfekter Song."

Ein festes Rezept dafür hat der Jungmusiker allerdings nicht. "Wie meine Songs entstehen, ist ganz unterschiedlich. Oft habe ich eine Zeile im Kopf, um die ich dann mit der Gitarre das Lied drum herum baue." Bei manchen Songs folge er dafür einem Konzept, bei anderen schöpfe er mehr aus eigenen Erfahrungen.


Wie etwa bei seinem Song "Heimat": "Den mag ich musikalisch am liebsten", verrät Josua. Für den Text hat er sich mit der Frage "Was ist Heimat?" auseinandergesetzt. Gar nicht so leicht für den Altensteiger, der bis zu seinem zehnten Lebensjahr in Portugal gelebt hat. "Ich hab für mich die Antwort gefunden, dass Heimat dort ist, wo die Menschen sind, die man lieb hat." Der Song sei darum auch seiner Mutter gewidmet. Sie sieht er seit Anfang September deutlich seltener. Denn Josua leistet in Mannheim beim CVJM ein Freiwilliges Soziales Jahr. Dafür lebt er in einer WG mit vier anderen Musikern. Zusammen bilden sie die Band M3 und engagieren sich musikalisch an sozialen Brennpunkten in Mannheim.

Danach möchte er die Mannheimer Popakademie besuchen. "Ich habe mich schon in diesem Jahr beworben und es auch in die Endrunde geschafft." Für einen der zehn freien Plätze hat es aber noch nicht gereicht. Nächstes Jahr will Josua es wieder versuchen. Sollte er nicht vielleicht an einem Plan B arbeiten? Damit hat er seine Schwierigkeiten. "Ich finde, wenn man etwas wirklich will, dann sollte man zu 100 Prozent daran glauben. Mein erster Plan ist Musik machen – für einen Plan B ist da kein Platz." Er habe aber durchaus auch Interesse an anderen Themen, räumt er ein. "Ich interessiere mich auch für Mediendesign und Design generell."

Steht dieses Interesse an Äußerlichkeiten wie Mode und Design nicht seinem Faible für Tiefgang und ehrliche Emotion entgegen? "Nein, gar nicht", findet Josua. "Design ist für mich nichts Oberflächliches, weil es immer ein Gefühl im Betrachter auslöst. Das gehört für mich zusammen."


Alexander Virág und Josua Schwab bei Radio Regenbogen





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